„Aus der Decke schlagen“, „Abschwarten“ und „Abbalgen“ – die Jägersprache kennt präzise Begriffe für das Häuten erlegten Wildes. Was dahintersteckt, ist eine handwerkliche Fähigkeit, für die ein gewöhnliches Jagdmesser schlicht das falsche Werkzeug ist. Was es braucht, ist ein Skinner – eine Klingenform, die speziell für diese eine Aufgabe entwickelt wurde. Unser PUMA Skinmaster ist genau das.
PUMA-Chronist Jörg Hübner hat die Geschichte dieses Messers in den PUMA Stories dokumentiert. Er beginnt dort, wo Skinner-Messer ihren Ursprung haben: „Einfach gehaltene, meist mit Holz beschalte Messer zum Abhäuten der Jagdbeute gehörten schon bei den alten Trappern, Mountainmen sowie den Büffeljägern der nordamerikanischen Prairie zur Ausrüstung.“ An diesem Grundprinzip hat sich bis heute wenig geändert – an der Qualität des Werkzeugs dagegen sehr viel.
Was eine Skinnerklinge besonders macht
Ein Skinner sieht auf den ersten Blick aus wie ein normales Jagdmesser. Wer genau hinsieht, erkennt den entscheidenden Unterschied. Hübner erklärt die Geometrie: Die Spitze einer Skinnerklinge liegt grundsätzlich über der Klingenmittelachse. Die Schneide wird dadurch im vorderen Teil sehr bauchig und verlängert sich. Das hat konkrete Vorteile im Einsatz: wesentlich längere Schnitte sind möglich, das wiederholte Ansetzen des Messers wird reduziert. Und da die Klingenspitze sehr weit oben liegt, wird die Gefahr eines versehentlichen Einstechens in das kostbare Fell deutlich minimiert.
Im Vergleich zu einem Allround-Jagdmesser ist der Skinner kein Kompromiss – er ist eine Spezialisierung. Und genau diese Konsequenz macht ihn für den Jäger, der regelmäßig Wild versorgt, unentbehrlich. Wer mehr über die Vielfalt unserer Klingenformen erfahren möchte, findet in unserem Beitrag über die Formensprache der PUMA-Designer eine ausführliche Einordnung.
Friedel Plöger – Ein Jäger entwirft sein Messer
Der Skinmaster wurde 1990 von Friedel Plöger entworfen – einem erfahrenen Jäger und Messerliebhaber aus Straelen am Niederrhein. Wie so viele der besten PUMA-Modelle entstand auch dieses nicht am Zeichenbrett, sondern aus dem Revier heraus: ein Praktiker, der wusste, was er brauchte, und der Weg zu einer Manufaktur, die es umsetzen konnte. Jörg Hübner hält fest: „Entworfen wurde das Jagdmesser im Jahr 1990 von Friedel Plöger, einem erfahrenen Jäger und Messerliebhaber aus Straelen am Niederrhein.“
Konstruktion: Integral, geschmiedet, unverwüstlich
Das Besondere am Skinmaster ist nicht nur die Klingengeometrie – es ist die Bauweise. Hübner beschreibt sie präzise: Das Modell „wird aus einem Stück Stahl nach DIN WN 1.4116 im Gesenk geschmiedet und ist dadurch äußerst stabil.“ Klinge, Handschutz und der voll durchgehende Flacherl bilden eine integrale Einheit – keine Schweissnähte, keine Verbindungsstellen, kein strukturell schwaches Glied. „Aufgrund der integralen Einheit von Klinge, Handschutz und voll durchgehenden Flacherl liegt das Häutemesser zudem sehr angenehm und ausgewogen in der Hand.“
Die Griffschalen aus ausgesuchtem Hirschhorn – mit Griffmulden für sicheren Halt auch bei feuchten Händen – werden mit zwei starken, messingunterlegten Nietstiften am Flacherl befestigt. Im Lieferumfang ist eine Gürtelscheide aus Sattelleder enthalten.
Technische Daten:
- Klingenlänge: 93 mm
- Klingenstärke: 5 mm
- Gesamtlänge: 205 mm
- Gewicht: ca. 240 g
- Stahl: DIN WN 1.4116, 55–57 HRC
- Griffschalen: Hirschhorn
- Scheide: Sattelleder
- Design: Friedel Plöger
- Hergestellt: Solingen, Deutschland
Vom Jagdwerkzeug zum Sammlerstück
Der Skinmaster ist seit 1990 im Programm – und in dieser Zeit weit mehr als ein Jagdmesser geworden. Jörg Hübner erinnert an die Sammlereditionen, die den Klassiker über die Jahrzehnte begleitet haben: Ein Jubiläumsmodell mit Sterlingsilber-Kaltnadelgravur erschien 1994 zum 225. Firmengeburtstag von PUMA, vier Jahre nach der Markteinführung. 1997 folgte eine Sonderedition zum Thema „European Wildlife“.
Bis heute fertigen wir den Skinmaster auch als Unikat im Rahmen unserer art-collection: Griffschalen aus weißem Elfenbeinmicarta, von Künstler Arno Hopp in seiner Scrimshaw-Mezzotinto-Technik mit Jagdmotiven verziert. Jedes Exemplar ist ein Einzelstück. Das PUMA Skinmaster „Im Auge des Jägers“ ist ein aktuell verfügbares Unikat aus dieser Reihe. Wer Hübners Anmerkung folgt – „Auch wenn diese besonderen Modelle voll gebrauchstüchtig sind, ist wohl nicht das Jagdrevier sondern eher die heimische Sammlervitrine ihr zugedachter Einsatzort“ – der weiß, was er in Händen hält.
Für Sammler mit Sinn für das Detail gibt es außerdem eine vollständig funktionstüchtige Miniaturversion: den PUMA Mini Skinmaster, im Detail ebenso sorgfältig gefertigt wie das Original – auf einer Gesamtlänge von 6,2 cm.
Ein Klassiker, der hält
Über drei Jahrzehnte nach seiner Einführung hat der PUMA Skinmaster seinen Platz im Jagdrevier wie in der Sammlervitrine gleichermaßen behauptet. Er ist das, was Jörg Hübner ein „unverzichtbares Jagdutensil“ nennt – in Solingen aus einem Stück Stahl geschmiedet, von einem Jäger für Jäger entworfen.

