PUMA Robuster, Micarta – Survival-Messer entworfen von Tony Lennartz, gefertigt in Solingen

Es gibt Messer, die eine Geschichte erzählen. Und es gibt Messer, die geschrieben werden, weil ihr Schöpfer sie in der Wildnis gebraucht hat. Das neue PUMA „Robuster" gehört in die zweite Kategorie – entworfen von Anton „Tony" Lennartz, gefertigt in Handarbeit in unserem Werk in Solingen.

Vor mehr als zwanzig Jahren erschien in einer Messer-Fachzeitschrift ein Bericht mit dem Titel „Ein Mann und sein Messer" über Tony Lennartz und das von ihm entworfene „German Expedition Knife" sowie dessen kleinen Bruder, das „Europamesser". Seitdem sind viele Designs aus Tonys Feder dazugekommen. Das neueste trägt einen Namen, der Programm ist: Robuster – erhältlich in zwei Varianten mit Griffschalen aus Micarta oder Nussbaumholz.

Vom GEK zum Robuster – die Lennartz-Linie wächst

Wer das „German Expedition Knife" kennt, erkennt im Robuster sofort eine Verwandtschaft. Doch das neue Modell ist kein zweites GEK – es ist ein eigenständiges Werkzeug für andere Aufgaben. Tony Lennartz selbst hat uns im Gespräch erklärt, was den Unterschied ausmacht:


„Wenn ich üppige Vegetation und Dornenranken zu erwarten habe, stößt auch das bewährte GEK schnell an seine physikalischen Grenzen. Sofern die Tour mich drei Wochen durch die Wildnis führt, ich aber lediglich eine Machete für einen Tag benötige, widerstrebt mir der Gedanke, das halbmeterlange Gerät für den Rest der Zeit mit mir zu tragen. In einer solchen Situation bietet das Robuster eine willkommene Alternative." – Tony Lennartz

Der Robuster ist also bewusst die Lücke zwischen Bushcraftmesser und Machete – ein Werkzeug, das hacken, schlagen, schneiden und versorgen kann, ohne dass man drei verschiedene Klingen am Gürtel braucht.

Hammer in der Hand – die Konstruktion

Wer den Robuster zum ersten Mal aufnimmt, spürt sofort: Das ist ein Messer für ernsthafte Arbeit. Mit einer Gesamtlänge von 32 cm, einer knapp 20 cm langen und 5 mm starken Klinge sowie einem Gewicht von 377 g liegt ein echtes Stück Stahl in der Hand. Die Flacherl-Konstruktion läuft voll durch den Griff – stabiler kann man ein Messer kaum bauen.

Für die Klinge haben wir uns für Böhler N690 entschieden – ein hochwertiger, korrosionsbeständiger Messerstahl, der seine Schärfe lange hält und sich gut nachschärfen lässt. Die Oberfläche ist gleichmäßig matt gestrahlt, der Flachschliff sitzt leicht über der Klingenmittelachse. Im hinteren Bereich des Klingenrückens findet sich eine moderate Daumenauflage, am Griffende eine mit Messing ausgelegte Fangriemenöse, werkseitig mit einer großzügigen Lederschnur ausgestattet.

Für die Griffschalen bieten wir zwei Varianten an: hellbraun gemasertes Micarta für maximale Strapazierfähigkeit und feuchtigkeitsbeständigen Halt, oder warm gemasertes Nussbaumholz für alle, die den klassischen Charakter eines edlen Naturmaterials schätzen. Beide Varianten sind gerundet und dreidimensional konturiert. Tony hat den Griff bewusst so geformt, dass er als echter Handschmeichler funktioniert:


„Im Gegensatz zu üblichen Messergriffen ist der hintere Umfang dieses Griffes deutlich geringer, wodurch die kürzeren Ring- und Kleinfinger den Griff komplett umfassen können. Die gebogene Form des Griffstücks und der daraus resultierende Hakeneffekt wirken beim ziehenden Schnitt und beim Messerhieb sehr entlastend." – Tony Lennartz

Auf den klassischen, doppelten Parierschutz wurde bewusst verzichtet – damit der Daumen ungehindert die Auflage am Klingenrücken erreichen kann. Das untere Parierstück bietet trotzdem genügend Sicherheit für die Hand.

Im Praxistest – was Jörg Hübner über den Robuster schreibt

In den PUMA Stories hat Jörg Hübner unser neues Messer ausführlich unter die Lupe genommen. Sein erster Eindruck war durchweg positiv: optisch einwandfrei verarbeitete Klinge, sauber konturierte Griffschalen, keine störenden Spaltmaße zwischen Schalen und Erl. Über den Praxiseinsatz schreibt er, dass das Robuster „viel Schlag- und Hiebwucht" liefert, „besonders beim Hacken von kleineren bis mittleren Hölzern".

Sein Fazit nach längerem Gebrauch fasst zusammen, wofür wir den Robuster gebaut haben: „Das in Solingen handgefertigte Robuster ist ein sehr solides Messer, das für Outdoor, Bushcraft und Jagd bestens geeignet ist. Beeindruckt hat uns besonders die Stabilität und Robustheit – hier ist der Name tatsächlich Programm." Auch die Schneidleistung der N690-Klinge habe „auch bei längerem Gebrauch angehalten, ohne Nachschärfen zu müssen."

Einen kleinen Kritikpunkt nehmen wir uns zu Herzen: die schlichte Standard-Verpackung. Für die Sammler unter euch denken wir bereits über eine schönere Lösung nach.

Drei Trageweisen – die Köcherscheide aus Sattelleder

Ein Messer ist nur so gut wie seine Scheide. Beim Robuster haben wir eine schlanke Köcherscheide aus 2 mm starkem Sattelleder entworfen – ohne Sicherungsriemen, ohne Druckknöpfe, ohne Schnallen. Das Messer haftet allein durch die exakte Passform sicher in der Scheide, lässt sich aber auch in Stresssituationen oder „blind" schnell ziehen.

Tony hat besonderen Wert darauf gelegt, dass die Scheide drei verschiedene Trageweisen ermöglicht:

Klassisch rechtsseitig – die gewohnte Trageweise für den Großteil der Messernutzer.
Cross Draw – unterstützt ein schnelles, kontrollierbares Ziehen und das sichere Rückführen.
Native – die Scheide wird ohne Gürtelschlaufe direkt zwischen Gürtel und Hosenbund geklemmt; ein hakenförmiger Ausschnitt sichert sie gegen Verlust.

Auf eine Kydex-Variante haben wir bewusst verzichtet. Tony begründet das so:


„Eine Kydex-Messerscheide ziehe ich für mein Robuster nicht in Betracht, da dieses Material bei Berührungen mit harten Gegenständen störende Geräusche entwickelt." – Tony Lennartz

Praxistest in den kanadischen Raincoast Mountains

Bevor das Robuster in Serie ging, hat Tony es selbst dort getestet, wo Messer zeigen müssen, was sie wirklich können – in der kanadischen Wildnis:


„Vor wenigen Monaten befand ich mich mit meinem Team in den kanadischen Raincoast Mountains. Zwei jagd- und bergerfahrene Kanadier begleiteten uns. Jeder führte ein Robuster. Dort im Busch lebten und arbeiteten wir mit den Messern. Wir stemmten damit auch Gletschereis, bahnten unsere Pfade durch Dornengestrüpp und schlugen Stangen für unsere wechselnden Camps. Die Performance und die Schnitthaltigkeit haben uns von diesem neuen Messer absolut überzeugt. Die Firma PUMA hat mein Konzept akribisch realisiert und zur Perfektion gebracht." – Tony Lennartz

Form follows function – die Design-Philosophie

Wer Tony Lennartz kennt, weiß: Bei ihm folgt jede Form einer Funktion. Für den Robuster bedeutet das konkret: Kein ausgeprägtes Ricasso, weil dort die meiste Kraft auf die Klinge gebracht wird. Ein rechtwinkelig endender Griff, damit der Messerstich mit einem zusätzlichen Stoß der freien Hand oder einem Schlagwerkzeug unterstützt werden kann. Und eine moderate Daumenauflage, die ergonomisch auch den „Reverse Grip" unterstützt.


„Meine Entwürfe erarbeite ich stets nach dem Grundsatz ‚form follows function'. Die Natur bietet ein unerschöpfliches Reservoir genialer Lösungen. Was liegt näher, als diese Erkenntnisse zum Vorbild zu nehmen? Ich versuche, biologische Formen mit technischer Effizienz zu stilistischer Perfektion und hohem Nutzwert zu führen." – Tony Lennartz

Für wen ist das Robuster?

Tony bringt es kurz auf den Punkt: „Das Robuster ist für große Aufgaben in der Wildnis konzipiert. Es funktioniert sowohl als Trail- und Campmesser, sowie auch als jagdlich nutzvoller Standhauer und willkommenes Werkzeug zum Versorgen von starkem Wild in der freien Wildbahn."

Damit ist klar: Das Robuster ist kein EDC-Messer für die Hosentasche. Es ist ein vollwertiges Survival- und Outdoor-Werkzeug für all jene, die wirklich in die Wildnis hinausgehen – auf längere Touren, zu mehrtägigen Camps, in unwegsames Gelände. Es ist das Messer, das man dabei haben möchte, wenn man eigentlich eine Machete bräuchte, aber keine drei Wochen lang mittragen will.

Solinger Handarbeit – zwei Varianten im Shop

Das PUMA Robuster wird in unserem Werk in Solingen gefertigt – aus Böhler N690 Stahl und mit einer Köcherscheide aus Sattelleder mit drei Trageweisen. Beim Griff habt ihr die Wahl zwischen zwei Varianten:

PUMA Robuster, Micarta – hellbraun gemasertes Micarta für maximale Strapazierfähigkeit, feuchtigkeitsunempfindlich und besonders griffig auch bei Nässe.
PUMA Robuster, Nussbaumholz – warm gemasertes Nussbaumholz für alle, die den klassischen, edlen Charakter eines Naturmaterials schätzen.

Beide Varianten teilen Klinge, Geometrie, Scheide und Tony Lennartz' Designprinzipien – die Wahl ist allein eine Frage des persönlichen Geschmacks.

PUMA Robuster, Micarta – Survival-Messer von Tony Lennartz aus Solingen
PUMA Robuster, Nussbaumholz – Survival-Messer von Tony Lennartz aus Solingen

Technische Daten im Überblick

  • Klingenlänge: ca. 200 mm
  • Klingenstärke: 5 mm
  • Gesamtlänge: ca. 320 mm
  • Stahl: Böhler N690
  • Griffschalen: Micarta (hellbraun) oder Nussbaumholz
  • Gewicht: 377 g
  • Scheide: Köcherscheide aus Sattelleder, drei Trageweisen
  • Design: Anton „Tony" Lennartz
  • Hergestellt: Solingen, Deutschland

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Weitere Messer von Tony Lennartz

Das Robuster ist nicht das einzige Messer aus Tonys Feder, das wir in Solingen fertigen. Wer sich für seine Designphilosophie begeistert, findet in unserem Sortiment zwei weitere Klassiker – jedes mit einem ganz eigenen Einsatzschwerpunkt:

PUMA GEK – German Expedition Knife – Der Klassiker, mit dem Tonys Zusammenarbeit mit PUMA 1992 begann. Das vielseitige Survival-Messer für alle, die ein bewährtes, handliches Allroundtalent für die Wildnis suchen.
PUMA PARA, EDC Steel – Das kompakte EDC-Messer aus Böhler N690, fortlaufend nummeriert. Für alle, die Tonys Designprinzipien auch im Alltag oder als Backup-Messer am Gürtel haben möchten.

Mit Dank an Jörg Hübner für den ausführlichen Testbericht in den PUMA Stories und an Tony Lennartz für das Gespräch.