PUMA phoenix mit Hirschhorn-Griffschalen – Bowie-Messer aus Solingen

Bowie-Messer gehören seit Jahrzehnten zum Sortiment unseres Hauses – jetzt haben wir den Klassiker mit der Entenschnabelklinge gleich in drei Größen neu interpretiert. sedona, tucson und phoenix heißen die drei Bowie-Neuheiten von der Wupper. Drei Messer, drei Einsatzschwerpunkte, ein gemeinsamer Stammbaum aus Solingen.

Dieser Beitrag entstand auf Grundlage eines Berichts in den PUMA Stories, den Jörg Hübner gemeinsam mit Matthias Recktenwald für uns verfasst hat. Wer die ganze Geschichte unseres Hauses aus erster Hand lesen möchte, findet in den PUMA Stories über hundert Seiten gebündeltes Wissen rund um unsere Klassiker.

190 Jahre Bowie – und ein Solinger Original

Es ist ziemlich genau 190 Jahre her, dass auf einer Sandbank im Mississippi einige verfeindete Personen in einen blutig verlaufenden Streit gerieten. Einer von ihnen war der Landspekulant James Bowie. Er lieferte seinem Erzfeind Major Norris Wright einen aufsehenerregenden Kampf und tötete diesen – selbst lebensgefährlich verletzt – mit einem Messer. Mit diesem Vorfall begann der Mythos um das von Bowie geführte Messer, das seither vielfach variiert wurde. Ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Viele Blankwaffenhersteller führen diese besondere Gattung nicht nur als Nebenprodukt in ihrem Sortiment, sondern erweitern das Angebot ständig.

So auch wir in unserer traditionsreichen Messermanufaktur in Solingen. Bowies bauen wir, seit sich Messerenthusiasten in Deutschland an dieser amerikanischen Klingenform begeistern – und für viele unter ihnen ist gerade unser PUMA Original Bowie bis heute die prägende Vorstellung von einem Bowie-Messer: So und nicht anders musste es ausgesehen haben, das berühmte Bowie-Messer, wie ehedem im Wilden Westen geführt.


„Seither haben viele Gespräche mit anderen deutschen Messerenthusiasten gezeigt, dass gerade dieses PUMA-Modell ihre Vorstellung von diesem ursprünglich amerikanischen Messertyp geprägt hat." – Jörg Hübner & Matthias Recktenwald, PUMA Stories

Was ein Bowie ausmacht – und was unser Original anders macht

Wie „das" Bowie-Messer auszusehen hat, ist mit Blick auf die nicht mehr nachweisbare Urform bis heute umstritten. In den ersten Jahrzehnten nach dem Sandbank-Kampf etikettierten erst die Hersteller in den USA und dann diejenigen der britischen Messer-Hauptstadt Sheffield jeden größeren Messertyp mit dem umsatzträchtigen schottischen Familiennamen Bowie. Schließlich kristallisierten sich aber die Elemente heraus, die heute als typisch für Bowies gelten: die Klinge mit der Entenschnabel- oder Hechtform (englisch: Clip Point Blade) sowie ein symmetrisch aufgebauter Griff mit Parierstange, also einem Handschutz, der sowohl nach oben wie nach unten übersteht. Damit vereint das klassische Bowie Knife Elemente von Dolch und Messer in sich – nach Blankwaffen-Nomenklatur ist es ein Dolchmesser.

Genau das ist unser PUMA Original Bowie nicht: Ein asymmetrischer, kanu-förmiger Griff, ein Handschutz mit nur einer Stange und eine asymmetrische Klinge machen diese Ausführung zu einem reinrassigen Messer. Entstanden ist es nach dem Zweiten Weltkrieg, als Oswald von Frankenberg und Ludwigsdorf unserem Haus beitrat, dessen Anfänge laut J. Anthony Carters fundamentalem Werk „German Knife and Sword Makers" bis 1769 zurückreichen. Frankenberg richtete unser Unternehmen ab 1953 neu aus – auf hochqualitative Jagd-, Angel- und Outdoor-Messer.

Genau in diese Zeit fiel der US-Abenteuerfilm „Im Banne des Teufels" mit Alan Ladd als Jim Bowie, der den ersten großen Messer-Boom der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auslöste – und mit ihm eine gesteigerte Nachfrage nach Bowie-Messern. Mit Blick auf die Wiedererkennbarkeit innerhalb unserer Reihe erhielt das PUMA Original Bowie seine charakteristische Griffform, deren Angel typisch für unser Haus mit aufgenieteten Hirschhorn-Schalen belegt ist. Unverkennbar auch die zugehörige Lederscheide für unser bowie mit der gerade laufenden Außenkontur, der doppelten Nahtreihe mit ihren vier Nieten, dem Beinriemen, dem Druckknopfverschluss und der Sicherungsschlaufe für den Griffknauf.

Drei neue Modelle – Städtenamen aus Arizona

Genau dieses Messer haben wir nun neu variiert. Alle drei Neuheiten teilen die gleiche Bowie-typische Form, einen Knebel aus Aluminium und genietete Griffschalen. Unterschiede gibt es in Größe, Stahlsorte und Herstellungsart. Und obwohl Jim Bowie als texanische Legende gilt, haben wir uns entschieden, unsere Neukreationen mit Städtenamen aus Arizona zu bezeichnen – nämlich sedona, tucson und phoenix. Das mag auf den ersten Blick verwundern, ist aber aufgrund der frühen Verbreitung dieser Messerart über die Landesgrenzen hinaus durchaus stimmig.

PUMA sedona – die kompakte Variante

Die kompakteste Variante des Trios. Die Klinge samt Angel haben wir aus einem Stück Stahl der Sorte DIN 1.4125 gelasert. Sie misst 138 mm und ist 3,8 mm stark. Komplett misst das PUMA sedona 255 mm und wiegt 170 Gramm. Die aufgenieteten Griffschalen bestehen aus Ebenholz; eine passgenaue Gürtelscheide aus Sattelleder gehört wie bei allen drei Modellen dazu.

Für Anwender mit kleinen bis mittleren Händen eignet sich das sedona hervorragend. Sein Verwendungszweck reicht von Outdoor-Aktivitäten über Nachsuche und Abfangen bis hin zum Versorgen von erlegtem Wild. Wer ein formschönes, leichtes sowie nicht zu großes feststehendes Messer für tägliche Schneidaufgaben sucht, sollte viel Freude am sedona haben.

PUMA tucson – der direkte Verwandte des Original Bowie

Etwas größer und stärker gehalten als das sedona. Die Klingenlänge des PUMA tucson beträgt 165 mm, die Rückenstärke 4,0 mm. Ebenfalls gelasert aus 1.4125, mit Ebenholz beschalt, wiegt es rund 200 Gramm bei einem Gesamtmaß von 279 mm. Der Griff ist nicht länger als der seines kleinen Bruders, hat aber etwas dickere Griffschalen.

Das tucson ist nahezu baugleich mit unserem nach wie vor im Programm befindlichen PUMA Original Bowie (116396) – abgesehen von dessen klassischen Hirschhorn-Griffschalen. Im Einsatzzweck ist es großteils identisch mit dem des sedona.

PUMA phoenix – das wuchtige Flaggschiff

Mit 327 mm Länge und über 400 Gramm Gewicht ist das phoenix das größte und vor allem wuchtigste Messer des Trios. Die Klinge misst 200 mm und ist mit einem satten 7 mm starken Rücken ausgestattet. Das PUMA phoenix unterscheidet sich in einigen Punkten von den anderen beiden Modellen: Die Klinge ist nicht gelasert, sondern geschmiedet, und sie besteht nicht aus 1.4125-, sondern aus 1.4116-Stahl. Bei den Griffschalen lässt sich zwischen Ebenholz und einer Variante mit Hirschhorn-Schalen wählen – das PUMA phoenix, stag.

Auch sehr große Hände finden hier genug Platz, wobei Anwender mit kleinen Händen zumindest beim mit Hirschhorn beschalten Griff (der besonders voluminös ausfällt) an ihre Grenzen stoßen könnten. Maße und Gewicht laden zu hartem Gebrauch ein. Für Aktivitäten im Outdoorbereich zeigt sich das phoenix ebenso prädestiniert wie als Begleiter auf der Jagd. Die passende Lederscheide für das phoenix (Bowie XL) haben wir auf das Format des großen Bruders zugeschnitten.


„Wer sich noch etwas von seinem kindlichen Gemüt bewahrt hat, kann – wenn er genau hinhört – vernehmen, wie dieses gewaltige Bowie geradezu nach Abenteuern schreit." – Jörg Hübner & Matthias Recktenwald, PUMA Stories

Warum zwei verschiedene Stähle?

Unsere Entscheidung, beim sedona und tucson einerseits und beim phoenix andererseits verschieden vorzugehen, ist den unterschiedlichen Verwendungszwecken geschuldet. Der Stahl nach DIN 1.4125 (entsprechend dem amerikanischen 440 C) ist für reine Schneidarbeiten eine sehr gute Wahl. Mit seiner Härte von 57 bis 60 HRC und dem relativ hohen Kohlenstoff- sowie Chromanteil ist er überaus schnitthaltig und für die zugeordneten Anwendungen bestens geeignet.

Das gewaltige phoenix dagegen ist auch für feste Hiebe ausgelegt und generell für härtere Aufgaben gedacht. Darum haben wir hierfür den auf moderate 55 bis 57 HRC gehärteten Stahl der Sorte DIN 1.4116 gewählt. Dieser besitzt etwas weniger Kohlenstoff sowie Chrom, ist daher feinkörniger in der Struktur und somit weniger bruchanfällig, wenn es einmal heftiger zur Sache geht. Das Schmieden im Gesenk tut ein Übriges und macht das phoenix zu einem Messer für alle Fälle.

Solinger Handarbeit – das Bowie-Trio im Überblick

PUMA sedona – die kompakte Variante mit 138 mm Klinge, gelaserter Klinge aus 1.4125, Ebenholz-Griffschalen, 170 g leicht. Ideal für tägliche Schneidaufgaben und Anwender mit kleinen bis mittleren Händen.
PUMA tucson – das mittlere Modell mit 165 mm Klinge, ebenfalls gelaserter Klinge aus 1.4125 und Ebenholz-Griffschalen. Der direkte Verwandte unseres Original Bowie.
PUMA phoenix – das geschmiedete Flaggschiff mit 200 mm Klinge aus 1.4116, 7 mm Rückenstärke, über 400 g, in Ebenholz oder Hirschhorn (phoenix, stag).

PUMA phoenix mit Ebenholz-Griffschalen – das wuchtige Bowie-Messer aus Solingen
PUMA tucson – das mittlere Bowie-Modell aus Solingen
PUMA Original Bowie 116396 – der Solinger Klassiker mit Hirschhorn-Schalen

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Die Bowie-Familie aus unserem Haus – weitere Modelle

Wer sich für die Bowie-Klingenform begeistert, findet in unserem Sortiment noch eine ganze Reihe weiterer Modelle – sowohl aus unserem Solinger Werk als auch aus der SGB-Linie unserer Übersee-Vertretung PUMA Knife Company USA, die unsere amerikanischen Wurzeln auf besondere Weise weiterführt.

Bowie-Klassiker aus Solingen:
PUMA IP el anta – Der Elch gibt diesem PUMA IP Modell seinen Namen. Wuchtig wirkt das 28,5 cm lange Messer mit seiner fast 16 cm langen, einem Bowie ähnelnden Klinge – ein echter Klassiker für Jagd und Outdoor.

Bowie-Modelle aus der PUMA SGB Linie:
PUMA SGB big bear bowie, G10 schwarz – Das markante „Big Bear" Bowie mit strapazierfähigen G10-Griffschalen in mattem Schwarz.
PUMA SGB big bear bowie, Hirschhorn – Dasselbe wuchtige Big Bear, in der edlen Hirschhorn-Variante.
PUMA SGB big bear bowie, Olivenholz – Mit warm gemaserten Olivenholz-Griffschalen und Mosaikstiften.
PUMA SGB big bear bowie, Jacaranda Wood – Mit charaktervollen Jacaranda-Griffschalen.
PUMA SGB bowie, Jacaranda-Holz – Die schlankere SGB-Bowie-Variante mit Jacaranda-Holz.
PUMA SGB Bowie / Whitetail, POM Commando Stag – Die Kombination aus kräftigem Bowie und zuverlässigem Klappmesser – beide Schneidwerkzeuge mit POM Commando Stag Griffschalen für jede Unternehmung.

Für wen sind unsere Bowies?

Unsere drei neuen Bowies sedona, tucson und phoenix richten sich an alle, die diese ikonische Klingenform schätzen und für unterschiedliche Aufgaben verschiedene Größen brauchen. Das sedona ist ein leichter, formschöner Allrounder für tägliche Schneidaufgaben. Das tucson bietet etwas mehr Substanz und steht in direkter Linie zum Original Bowie. Das phoenix ist das Statement – ein wuchtiges Messer für ernsthafte Aufgaben in Outdoor und Jagd, das auch mit harter Beanspruchung zurechtkommt.

Gemeinsam haben alle drei eines: Sie werden in unserem Werk in Solingen gefertigt und stehen in einer Tradition, die bis ins Jahr 1769 zurückreicht. Dass diese Tradition auch dort, wo das Bowie-Messer einst geboren wurde, gepflegt wird, zeigt unsere amerikanische Schwestermarke PUMA Knife Company USA mit der vielfältigen SGB-Bowie-Linie – dort führen wir die amerikanischen Wurzeln des Bowie auf eigene Weise weiter.

Mit Dank an Matthias Recktenwald und Jörg Hübner für den ausführlichen Bericht in den PUMA Stories.