Die Geburt einer Legende
Die Entstehung des PUMA White Hunter
1956 – Ostafrika - PUMA steht in Verhandlungen mit der EAPHA – der East African Professional Hunters Association. Einige Mitglieder dieser Vereinigung waren selbst so etwas wie Legenden, so wie Philip Percival. Er wurde bekannt als Großwildjäger im kolonialen Kenia und als Jagdführer von Theodore Roosevelt und Ernest Hemingway. Die treibende Kraft hinter der Zusammenarbeit war der damalige Leiter des PUMA-Werks, Oswald von Frankenberg und Ludwigsdorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte er die Produktion auf Jagdmesser um und knüpfte den entscheidenden Kontakt nach Ostafrika.
Gemeinsam entwickelten sie ein Messer, das einen neuen Standard für Jagd- und Outdoormesser setzen sollte.
Das Puma White Hunter war einer der maßgeblichen Wegbereiter moderner Überlebensmesser. Als robustes, universell einsetzbares Jagdmesser setzte es früh den Standard für viele Konstruktionen, die später als „Survivalmesser“ bekannt wurden.

ein Werkzeug für alles
Hermann Heck, technischer Leiter der Produktion entwarf eine - zu dieser Zeit - völlig neuartige Klingenform.
Die grobe Spitze - robust genug, um Dosen zu öffnen oder Kronkorken aufzuhebeln. Durch den Schwerpunkt an der Klingenspitze entwickelt das Messer eine enorme Schlagkraft.
Ein breiter Klingenrücken - gedacht zum
Einschlagen von Nägeln oder Zelthaken. Mittig auf dem Klingenrücken ist die Klinge zu einer langen Beilschneide geschliffen. Ideal für grobe Arbeiten, um die normale Schneide zu schonen. Damit lässt sich Reisig schlagen, Feuerholz spalten oder Knochen zerkleinern.
Geriffelte Daumenraste und ausgeprägte Parierstange - Beide sorgen für sicheren Gebrauch und Führigkeit.
Die Schneide ist in zwei Bereiche unterteilt: Zwei Drittel der Klinge sind als glatte Schneide ausgeführt. Die bauchige Form ermöglicht kraftvolle, lange Schnitte. Das hintere Drittel besitzt eine Sägezahnung. Ideal zum Anschneiden von grünen Ästen, Tierhäuten oder ähnlichem.

Der Griff des White Hunter ist aus Hirschhorn. Früher stammte dieses von indischen Sambarhirschen (Rusa unicolor). Aufgrund veränderter Export-Regelungen werden heutige Messer mit europäischem Rothirschhorn gefertigt, welches widerstandsfähig und pflegeleicht ist. Die raue, unebene Oberfläche sorgt auch bei Kälte und Nässe für sicheren Halt. Im Griff befindet sich eine Öse zur Anbringung eines Sicherungsbands. Zudem dient es als Aufnahme für das Band der patentierten PUMA Lederscheide, das das Messer sicher vor dem Herausfallen schützt.
Schon gewusst? Horn ist ein nachwachsendes Naturmaterial, das Hirschen jedes Jahr auf natürliche Weise nachwächst. Das Geweih der Hirsche wird nicht dauerhaft getragen, sondern jährlich abgeworfen und bildet sich anschließend neu aus. Daher müssen Tiere für die Gewinnung des Horns nicht sterben. Die "Abwurfstangen" werden jährlich im Wald aufgelesen und gelangen so in unsere Produktion.
Upcycling bei PUMA: Ebenfalls verarbeiten wir Geweihe von alten Jagd- Trophäen!


Das White Hunter als Filmstar
Ikone der Winnetou-Filme 1962-1968
Die Winnetou-Filmreihe verhalf dem White Hunter zu weiterer Berühmtheit. PUMA stellte für die Dreharbeiten ca. 20 Exemplare als Requisiten zur Verfügung, dies sorgte für eine enorme Präsenz des Modells in den Filmen. Old Shatterhand, verkörpert von Lex Barker, trug es prominent und machte es zum Symbol der Karl-May-Verfilmungen und der Abenteuerfilme.
Seinen ersten Auftritt hatte das Messer in „Der Schatz im Silbersee“ (1962) unter der Regie von Harald Reinl und es war somit bei der Geburt der Rialto-Verfilmungen mit Pierre Brice als Winnetou von Anfang an dabei. Dort nutzte Lex Barker das Messer in packenden Kampfszenen oder beim Deuten auf Karten. Das White Hunter sollte als Ersatz für die typischen Bowie-Messer genutzt werden. Diese Rolle katapultierte das Solinger Produkt zum Kultobjekt und weckte bei einer ganzen Generation Begeisterung und Sehnsüchte nach diesem Modell. Das White Hunter blieb nicht auf diesen Film beschränkt: In „Winnetou 1. Teil“ (1963) und „Old Firehand“ (1966) setzten Figuren wie Pierre Brice als Winnetou oder T. Armstrong es ebenfalls in actiongeladenen Momenten ein. Auch in „Der Ölprinz“ und weiteren Rialto-Filmen avancierte es zum typischen Jagd- und Kampfmesser für Old Shatterhand. Heute fasziniert es Sammler und Fans gleichermaßen als Stück deutscher Filmgeschichte.

Wieso eigentlich
Automesser?
Das PUMA Automesser ist ein direkter Nachfolger des „White Hunter“-Modells und unterscheidet sich in erster Linie anhand des Griffmaterials: Anders als beim White Hunter nutze man hier Holz. Über die Jahre variierten die Holzsorten, anfangs wurde afrikanisches Jacaranda-Holz verwendet, heute wird europäisches Pflaumenholz genutzt.
Der Name Automesser rührt von der Vermarktung des Messers. Anfang der 1960er-Jahre wurde es nicht als Jagdmesser, sondern als Notfall-Werkzeug für Autofahrer und Reisende beworben. Der Begriff „Automesser“ legte die Zweckbestimmung des Werkzeugs auf Pannen, Unfälle oder Outdoor-Aufgaben rund um Notsituation mit dem Auto – perfekt passend zur aufstrebenden Autokultur jener Zeit. Ursprünglich wurde das Messer mit einer speziellen Halterung zur Anbringung an der Innenseite der Fahrzeug ausgeliefert.


Das Pilotenmesser
Ab 1967 führte die Bundeswehr das Automesser als "Pilotenmesser" (auch Überlebensmesser - Kappmesser) gemäß der Technischen Lieferbedingung TL 7340-0010 für das fliegende Personal ein. Diese besondere Variante, etwa 200-300 Exemplare, wurden mit der Ätzung „BUND“ auf der Fehlschärfe versehen. Diese Messer wurden im Rahmen der Abnahmeprüfungen besonderen Biege- und Belastungstests unterzogen, um die Einhaltung der militärischen Qualitätsanforderungen zu gewährleisten. Die dazugehörige Lederscheide war speziell verstärkt und mit zusätzlichen Nieten versehen, um ein Durchschneiden bei extremen Kräften, wie dem Gebrauch des Schleudersitzes, zu verhindern. Ursprünglich wurde es für die Besatzungen des F-104G Starfighter angeschafft, um bei einem Absturz oder nach Nutzung des Schleudersitzes Selbstrettungsmaßnahmen ergreifen zu können, wie das Durchtrennen von Gurten, das Befreien aus Trümmern sowie das Überleben am Boden in SERE-Situationen (Survival, Evasion, Resistance, Escape).
Mit der Indienststellung des Panavia Tornado ab 1981 wurden diese Messer auch an dessen Piloten und Waffensystemoffiziere ausgegeben. Das Automesser galt als robustes, praxistaugliches Werkzeug und fand teilweise auch Verwendung bei anderen Einheiten, darunter Hubschrauberpiloten, Fernspähern und Spezialkräfte, die auf multifunktionale und kompakte Ausrüstung angewiesen waren.
Standardmäßig wurde das Messer in einer speziellen Tasche des Fluganzugs oder am Oberschenkel des Piloten getragen, sodass es im Notfall schnell erreichbar war. Die reguläre Belieferung der Bundeswehr mit diesen Messern endete 1983. Heute sind diese Messer ein gefragtes Sammlerobjekt.


Polizei und GSG9
Polizeisondereinheiten wie das SEK (Spezialeinsatzkommando) setzten das PUMA Automesser für Durchsuchungen, Befreiungen und Selbstverteidigung ein. Ab 1973 wurde es Spezialeinsatzführern und Präzisionsschützen als vielseitiges Einsatzwerkzeug für dynamische Szenarien empfohlen. Dank seiner robusten Bauweise erwies es sich als besonders zuverlässig. Die kopflastige Klinge mit Beilschneide und Sägezahnung eignete sich hervorragend zum Durchtrennen von Gurten und Barrieren sowie für improvisierte Werkzeuganwendungen in beengten Räumen.
Die Grenzschutzgruppe 9 (GSG9) orderte Anfang der 1970er Jahre etwa 30 speziell angepasste Musterstücke mit schwarz brünierter Klinge, lackierten Aluminiumknebeln und extra dunklen Jacaranda-Holzschalen. Diese waren für taktische Operationen optimiert und kamen mit einer nato-grünen, strukturierten Lederscheide. Bis Mitte der 1980er Jahre blieb dann das Standard-Automesser mit NATO-grüner Lederscheide Bestandteil der Ausrüstung, wie historische Fotos von Einsatzkräften mit befestigten Messern an Gürteln belegen.
Für Flughafen-Feuerwehren produzierte PUMA zwischen 1000 und 2000 Exemplare mit spezieller Hakenklinge (Gurtmesserschliff) auf dem Messerrücken gemäß Bestellnummer 4210-12-177-2996. Dieses Werkzeug diente primär der Rettungen aus Wracks oder verunglückten Fahrzeugen, indem es Sicherheitsgurte und Seile kappte. Die Variante unterstrich die Anpassungsfähigkeit des Automessers für behördliche Einsätze.

Sonderversion zum 240 Jährigen Jubiläum
Das White Hunter 240
Der PUMA White Hunter 240 entstand als moderne Jubiläumsversion zum 240-jährigen Firmenjubiläum von PUMA im Jahr 2009 und stellt eine ergonomisch optimierte Neuinterpretation des Klassikers dar. Das Design stammt von
H.P. Knoop. Heinz-Peter Knoop ist ein bekannter deutscher Messerdesigner, der für PUMA arbeitete und neben dem White Hunter 240 auch das berühmte "PUMA Rüdemann" entwickelte.
Das neue Design zeichnete sich durch eine Überarbeitung des Griffes für bessere Ergonomie aus, orientierte sich aber weitestgehend an der Universalklinge mit Beilschneide und robuster Spitze, um Robustheit für Jagd, Outdoor und Survival zu gewährleisten. Im Gegensatz zum White Hunter besitzt das 240 keine Sägezahnung an der Klinge und keine Daumenrampe auf dem Klingenrücken.
Weitere Unterschiede des 240 zum White Hunter Grundmodell sind die edlen Neusilberbacken und das verkürzte Parierelement. Diese Version ist wahlweise mit einer Griffbeschalung aus Hirschhorn und Olivenholz erhältlich.


Automesser
Ohne Sägezahnung
In den letzten Jahren hat sich der Outdoor-Markt stark gewandelt. Bushcraft, Survival und naturverbundene Freizeitaktivitäten (Outdoor) erleben einen regelrechten Boom. Es entstanden neue Prioritäten an ein Messer, das vielseitig, robust und präzise sein sollte. Viele Nutzer wünschten sich ein Werkzeug, das nicht nur zum Schneiden, sondern auch zum Schnitzen und feinen Arbeiten geeignet ist.
Genau aus dieser Entwicklung heraus entstand die Idee, das klassische Automesser in einer neuen, angepassten Form anzubieten – ohne Sägezahnung. Während die charakteristische Zahnung ursprünglich ein markantes Merkmal des Modells war, zeigte sich im Gebrauch, dass zahlreiche Anwender sie für den praktischen Outdoor-Einsatz entfernten.
Der Grund: Eine glatte Schneide lässt sich nicht nur leichter nachschärfen, sondern ermöglicht auch deutlich feinere Arbeiten wie Schnitzen, dem Anspitzen von Holz, dem Herstellen von Zundermaterial oder beim präzisen Schneiden von Lebensmitteln.
Die neue Variante des Automessers trägt diesem Bedarf Rechnung. Sie ist ideal für Bushcrafter, Naturfreunde und alle, die beim Outdoor-Einsatz Wert auf einen robusten Allrounder legen.


PUMA automesser, ohne Sägezahnung


Auszeichnungen
Auch heute noch behaupten diese Messer ihren Platz im Markt der besten Schneidwerkzeuge. Das White Hunter wurde auf der IWA zum Klassiker des Jahres 2024 gewählt und setzte sich erfolgreich gegen seine Mitbewerber durch. Das Automesser (Ohne Sägezahnung) erreichte einen hervorragenden zweiten Platz – und das beeindruckende 65 Jahre nach seiner Markteinführung. Die Leser des Messermagazins wählten es unter zahlreichen Konkurrenten zu einem der besten feststehenden Messer des Jahres 2025.
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