Vom Reißbrett in die Wildnis: Tony Lennartz und seine PUMA-Messer
Viele Messerfans träumen davon, eines Tages ihr eigenes „perfektes Messer" zu entwerfen. Doch nur in den seltensten Fällen wird aus einer solchen Vision tatsächlich ein Produkt, das in Serie gefertigt wird. Die Messer von Anton J. „Tony" Lennartz sind eine der bemerkenswerten Ausnahmen – und gelten heute längst als Klassiker im Sortiment von PUMA Solingen.
Ein Leben in der Wildnis
Tony Lennartz ist kein gewöhnlicher Messerliebhaber, sondern ein ausgewiesener Outdoor- und Survival-Experte. Bereits 1968 verschrieb er sich dem Leben in der Natur. Er beschäftigte sich intensiv mit den Jäger- und Sammlerkulturen der nördlichen Hemisphäre und gab schon in den 1970er Jahren Survivalkurse in Schweden, der Eifel und den belgischen Ardennen.
Mehrere Monate verbrachte er in den kanadischen Rocky Mountains, in die er bis heute immer wieder zurückkehrt, um mit den Cree zu reisen und ihre Lebensweise kennenzulernen. Beruflich war Lennartz zunächst Polizist und Feldjäger, später wurde er Kunsthändler.
In Belgien, wo er heute lebt, gründete er die „Society of Northamerican Native Culture", die sich der Bewahrung traditioneller indigener Kultur widmet. Die spirituelle Naturverbundenheit der nordamerikanischen Ureinwohner hat sein eigenes Verhältnis zur Wildnis tief geformt. Jede freie Minute verbringt er draußen – ein Teil davon im Rahmen von Seminaren, die er gemeinsam mit PUMA Solingen anbietet.
Ein Messer für alle Fälle
Ende der 1980er Jahre fasste Lennartz seine jahrzehntelangen Erfahrungen in einem konkreten Entwurf zusammen. Seine Philosophie ist denkbar einfach:
„In der menschenleeren Wildnis haben wir normalerweise nicht die Wahl aus vielen Spezialwerkzeugen. Hier braucht man ein Messer für alle Fälle, mit dem man alle notwendigen Arbeiten verrichten kann." – Tony Lennartz
Diese Maxime setzte er konsequent um. Das Ergebnis: ein Expeditionsmesser mit einer langen, kraftvollen Klinge – nach Lennartz' Erfahrung die ideale Größe für den universellen Einsatz in der Wildnis.
Durchdachte Konstruktion bis ins Detail
Die Klingenform erinnert an ein klassisches Bowie-Messer. Die Spitze liegt exakt in der Verlängerung der Griffachse, sodass beim Stoßen keine seitlichen Kräfte entstehen. Ein Anschliff im vorderen Bereich des Klingenrückens erleichtert das Eindringen in harte Materialien. Der flache Schliff verleiht der Klinge mehr Stabilität als ein Hohlschliff, da die Schneide von mehr Material gestützt wird.
Auf eine sogenannte Fehlschärfe – den stumpfen Bereich zwischen Schneide und Griff – wurde bewusst verzichtet. „Gerade hier kann man die größte Kraft aufwenden", erklärt Lennartz. Eine Fehlschärfe würde die Nutzbarkeit an dieser entscheidenden Stelle unnötig einschränken.
Auch der 5 mm starke Klingenrücken hat seine Funktion: Statt ihn dünn auszuschleifen oder mit einer Sägezahnung zu versehen, wurde er bewusst breit und flach gestaltet – ideal, um mit einem Schlagholz darauf zu arbeiten, etwa zum Spalten von Holz.
Der Griff – inspiriert von der Machete
In seiner ursprünglichen Formgebung erinnert der Griff an eine südamerikanische Machete. Der nach unten gezogene Knauf verhindert, dass das Messer bei kräftigen Hieben aus der Hand rutscht. Der vorn angesetzte Handschutz schützt zuverlässig davor, in die Schneide abzugleiten.
Lennartz bevorzugt rostfreie Stähle, die bewusst nicht zu hart gehärtet werden. So lässt sich die Schneide unkompliziert nachschärfen, und es besteht keine Bruchgefahr.
„Bei extremer Belastung verbiegt sich die Klinge vielleicht – aber sie bricht nicht ab. Und genau das könnte im Notfall lebensrettend sein." – Tony Lennartz
Vom Konkurs zur neuen Heimat bei PUMA
Für die Produktion seines ursprünglichen Entwurfs fand Lennartz zunächst die Solinger Traditionsfirma Carl Schlieper, die das Messer rund zwei Jahre lang fertigte. Doch Anfang der 1990er Jahre musste Schlieper Konkurs anmelden – und Lennartz reagierte schnell: Er erwarb vom Konkursverwalter die speziell für das Deutsche Expeditionsmesser angefertigten Schmiedewerkzeuge.
Mit diesen Werkzeugen im Gepäck klopfte er bei PUMA in Solingen an – und wurde gerne empfangen. Seit 1992 fertigt PUMA Messermanufaktur Solingen Messer nach Lennartz' Entwürfen. Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit ist eine ganze Produktfamilie entstanden – konsequent weiterentwickelt mit modernen Materialien, aber stets im Geist der ursprünglichen Lennartz-Philosophie.
Die Lennartz-Modelle heute: Tradition trifft auf moderne Hochleistungsstähle
Das ursprüngliche Deutsche Expeditionsmesser fertigen wir in seiner alten Form nicht mehr. An seine Stelle ist eine neue Generation getreten: Messer, die das ursprüngliche Konstruktionsprinzip aufgreifen, es aber mit modernen Werkstoffen und ergonomischen Verfeinerungen kombinieren. Vier Modelle aus unserem aktuellen Sortiment tragen die Handschrift von Tony Lennartz:
Das PUMA GEK (German Expedition Knife) ist die direkte Weiterentwicklung des ursprünglichen Lennartz-Entwurfs. Mit einer 165 mm langen Klinge aus dem modernen Hochleistungsstahl NitroX7 (X70CrMoVN15) in 59–60 HRC, austauschbaren G10-Griffschalen und einem integrierten Schlagstück am Griffende ist es ein kompromissloses Survival-Messer für die raue Wildnis.
Der PUMA Robuster – erhältlich in den Varianten Micarta und Nussbaumholz – ist die elegantere Interpretation der Lennartz-Linie. Das klassisch-zeitlose Design verbindet Outdoor-Tauglichkeit mit edler Optik und macht den Robuster zu einem idealen Begleiter für Jagd, Camp und gehobenen Outdoor-Einsatz.
Mit der PUMA PARA hat Tony Lennartz schließlich auch ein leistungsstarkes feststehendes EDC-Messer entworfen. Aus dem hochwertigen N690-Stahl gefertigt, vereint die PARA seine Wildnis-Philosophie im kompakten Format – das perfekte Messer für jeden Tag.
So unterschiedlich diese vier Modelle auch sind: Sie alle tragen die Handschrift eines Mannes, der weiß, wovon er spricht – weil er sein Leben lang dort gewesen ist, wo es darauf ankommt.
Die aktuellen Lennartz-Modelle bei PUMA
Handgefertigt in Solingen. Entwickelt von einem, der die Wildnis kennt.
PUMA GEK
German Expedition Knife – das ultimative Survival-Messer aus NitroX7-Stahl.
Jetzt entdeckenPUMA PARA
Kompaktes feststehendes EDC-Messer aus N690-Stahl – Lennartz-Philosophie für jeden Tag.
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